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Ökumene in Visselhövede



Schon seit vielen Jahren arbeiten Gemeindemitglieder der Herz-Jesu Kirche mit denen der Sankt Johannis Kirche in Visselhövede in einigen Bereichen zusammen.
Von einer kontinuierlichen Zusammenarbeit kann von der ökumenischen Frauengruppe berichtet werden. Jahr für Jahr bereiten sie abwechselnd in beiden Kirchen den Weltgebetstag vor.
Alle 14 Tage treffen sie sich abends um 19.oo Uhr bzw. morgens um 9.oo Uhr im Gemeindehaus der evangelischen Kirche, um dort gemeinsam zu Essen, zu Trinken und anschließend nicht nur über kirchliche Themen zu sprechen, zu beten und zu singen, sondern auch über erarbeitete Referate zu diskutieren.



Kurz vor Beginn der Sommerferien kommen alle Frauen zum gemeinsamen Grillen zusammen und verbringen einen netten Abend.

Zweimal im Jahr, nämlich im Frühjahr und Herbst, bereiten sie das große Frauenfrühstück vor, an dem bis zu 100 Frauen teilnehmen. Zu einem gemeinsamen Frühstück werden immer wieder neue Referentinnen mit interessanten Themen eingeladen.
Ebenso beteiligt sich die ökumenische Frauengruppe beim Adventscafe.

Und im Jahr 2007 haben sie sich überlegt, gemeinsam etwas für die Seele zu tun und sich auch einmal verwöhnen zu lassen. Am 3. Oktober 2007 sind sie nach Bad Gandersheim gefahren, um sich dort in der Stiftskirche und im Kloster Brunshausen die Ausstellung „Starke Frauen – feine Spitzen“ anzusehen.



Ein Teil der ökumenischen Frauengruppe
vor dem Kloster
Brunshausen in Bad Gandersheim

Durch die Stiftskirche wurde die Gruppe in mehreren Wegen geführt.
Der 1. Weg: „Menschen und Steine“. Der Apostel Petrus sagt: Menschen sind die „lebendigen Steine“ der Kirche! Die Stiftskirche ist kein Museum, sondern lebt durch die Gemeinde. Die „toten“, echten Steine erzählen von den Menschen, die über 1000 Jahre dort „Kirche“ waren.
Der 2. Weg: Fünf Sinne – Menschen erleben die Kirche. „… Weihrauch und Myrrhen duften darinnen, … Kerzen und Lampen geben ihr Licht, … Man hört darinnen auch lesen und singen, und Glocken zu Gottes Ehre erklingen.“ In der Reimchronik des Priesters Eberhard kommen 1216 die Sinne zur Sprache, die im Kirchenraum angesprochen sind. Der Gläubige wird aus dem Alltagsleben herausgelöst und erfährt die Gegenwart des Göttlichen mit all seinen Sinnen. Alle menschlichen Sinne, Hören, Sehen, Reden, Schmecken und Fühlen, werden stimuliert und lassen Gott fassbar werden.
Der 3. Weg: Kanonissen, Kanoniker, Stifter – „Bewohner“ der Stiftskirche. Der Kirchenraum ist das Gotteshaus eines Frauenstifts. Die Kanonissen prägten über 1000 Jahre die Geschichte Gandersheims und der Region. Mit der Aufhebung des Stifts (1810) haben sie die Stadt verlassen. Sie haben nur wenige Spuren hinterlassen. Gleiches gilt für die Kanoniker, Priester, welche die Messen zu lesen hatten.
Der 4. Weg: Alte Hüte? Neuer Blick auf alte Kunst. Ein genauer Blick auf die zahlreichen in der Stiftskirche dargestellten Kopfbedeckungen lohnte sich. Es sind immer auch Zeichen, die eine Botschaft des Trägers an die Betrachter erhalten.
Der 5. Weg: Ich sehe was, was Du nicht siehst! Die Stiftskirche ist über 1000 Jahre alt. Viele Menschen haben hier gelebt und an der Kirche gebaut. Neues hinzugefügt und Altes weggenommen. Was heute noch erhalten ist, stammt aus verschiedenen Zeiten, und oft musste man ziemlich genau hinsehen, um alles zu finden. Kinder können auf diesem Weg auf Spurensuche gehen.
In und um Bad Gandersheim gibt es noch viele verschiedene Sehenswürdigkeiten wie Burgen, eine Heilquelle, Stadtmauer, Kurpark, Skulpturenweg und andere Kirchen zu bestaunen.
Der letzte Weg führte die Gruppe zum Kloster Brunshausen. Fürstin Elisabeth Ernestine Antonie von Sachsen-Meiningen ließ im 17. Jh. die ehrwürdige Klosteranlage zu einem Sommerschloss umgestalten. Ab 2007 ist die Anlage durch das Portal zur Geschichte erschlossen. Im Zentrum stehen geheimnisvoll ausgeleuchtete Präsentationen von ausgewählten Exponaten aus einer einzigartigen Sammlung mittelalterlicher und barocker Textilien des Stiftes.

mehr Fotos zur ökumenischen Frauengruppe hier:
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